800 - 1300 

  • Gründung der rode-Dörfer: das Suffix -rode kennzeichnet einen "Rodungsnamen". Diesen bekamen Orte, die auf einer gerodeten Fläche entstanden

1050 - 1250 

  • Hochmittelalter: mittelalterliche Warmzeit, Erschließung neuer Gebiete, Förderung von Handwerk und Handel, Blütezeit der geistlichen Orden (bspw. Zisterzienser, Prämonstratenser), Blütezeit des Rittertums
  • Auszug aus "Politische Geschichte des Eichsfeldes mit Urkunden erläutert", 1792:

 

Schlösser des hohen Adels

Währen der zeit, da neue Höfe und Dörfer angelegt wurden, fing man an auch feste Burgen zu denken, deren allmählig so viel erbauet wurden, daß fast alle Stunde weit eine auf unsern Bergen hervorragte. Jeder Graf, Dynaste und Edelmann wollte seine Burg haben, die ihm für seine Person Sicherheit und für seine untergebene Leute Schutz gewährte. Da nun das hiesige Land so sehr zerstücket war: so konnte es freilich nicht anders sein, als daß eine Burg neben der anderen zu stehen kam. Den Anfang mit Gebäuden von dieser Art hat man wenigstens im neunten Jahrhundert gemacht ...

1311 ... 1312 ...

Um die nämliche Zeit tritt Ludolf von Gerterode auf .. wo auch eine Burg gleiches Namens stand.

 

1266

  • erste urkundliche Erwähnung als Gertarroth (Cuno de Gertarroth wird bei einer Güterveräußerung des Hermann von Hagen an das Kloster Reifenstein als Zeuge genannt. Gestiftet wurde das Kloster vom Grafen Ernst II. von Tonna-Gleichen im Jahre 1162 für Zisterzienser-Mönche aus dem Kloster Volkenroda)

1277

  • Ritter Roderich Hartung von Gerterode im Amt Keula erwähnt

1306

  • Bei der Klostergründung der Franziskaner auf dem Hülfensberg Ritter Ludolf von Gerterode genannt
  • Sidonie von Gerterode als Äbtissin im Kloster Annroda genannt (das Kloster Anrode wurde 1253 gegründet. Seit ca 1267 lebten Nonnen in dem Kloster. 1274 war die Klostergründung vollendet. Es gehörte dem Zisterzienserorden an und erlebte in den ersten 80 Jahren eine Blütezeit)

1309

  • Adelheid von Gerterode als Nonne im Kloster Anrode

1310

  • Heinrich Herzog von Braunschweig überlässt sein Vorwerk zu Teistungenburg Ludolf von Gerterode, bis dieser 40 Mark daraus erlöst hat. Diese Summe schuldete der Herzog Ludolf (zu finden im Buch "Politische Geschichte des Eichsfeldes mit Urkunden erläutert" von Johann Wolf, 1792); Auszug aus dem Buch "Geschichte und Beschreibung der Stadt Heiligenstadt mit Urkunden" von Johann Wolf, 1800: 

Unter dem Erzbischof Peter fing Herzog Heinrich von Braunschweig i. J. 1310 beim Schlosse Rusteberg Feindseligkeiten an, wovon mir weiter nichts bekannt ist, als daß Ludolf von Gerterode bei Rusteberg gefangen und durch Nutznießung eines Vorwerks bei Teistungenburg von dem Herzog entschädigt wurde

 

Auszug aus dem Buch "Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen", Hannover, 1862:

... da er Dienstags nach Andreä, 8. Dec. dieses Jahres dem Ludolf von Gerterode, der in dem Streite bei Rusteberg, einem Mainzischen Schlosse auf dem Eichsfelde, gefangen war, zum Schadenersatz seinen Hof zu Teistungenburg so lange überwies, bis er 40 Mark lötbigen Silbers daraus gewinnen habe.

1311

  • Ritter Ludolf von Gerterode wird bei der Stiftung für ein Zisterzienserkloster in Worbis genannt. Am 23.06.1311 verkauft er Propst Johannes von Annrode das Gut Riderbach; Auszug aus dem Buch "Das Eichsfeld oder historisch-romantische Beschriebung aller Städte, Burgen, Schlösser, Klöster, Dörfer und sonstiger beantungswerter Punkte des Eichsfeldes" von Carl Duval:

... Den ersten Gedanken, in Worbis ein Zisterciensernonnenkloster zu stiften, hatten im Anfange des dreizehnten jahrhunderts die beiden auf dem Eichsfelde gelegenen Klöster Annrode und Beuren. Beide Klöster hatten nämlich einen so zehalreichen Convent, daß sie sich genöthigt sahen, einen Theil ihrer Güter aufzuopfern und eine geistliche Colonie zu gründen. ...

Als Zeugen bei der Stiftung werden namentlich aufgeführt: ... Ludolf von Gerterode ...

Da drei Brüder ... eine unbebaute Stätte besaßen, die zum Bau bequem lag oder nothwendig noch erworben werden mußte, so kaufte der Propst von Annrode, Johannes, dieselbe für anderthalb Mark feinen Silbers, so wie er auch a, 23. Juni 1311 für die künftigen Klosterfrauen das Gut Ridebach, welches dem Ritter Ludolf von Gerterode gehörte, für 36 Mark an sich brachte. ... 

 

  • die Urkunde zum Verkauf zu finden im Buch "Denkwürdigkeiten der Stadt Worbis und ihrer Umgegend. Mit 40 Urkunden von Johann Wolf" 

Im Namen der heiligen und unzertheilten Dreyeinigkeit allen für allezeit Amen. Wir Ludolf von Gerterode bekennen öffentlich Kraft des gegenwärtigen Briefs und wollen jedermann kund thun, daß wir mit Zustimmung und freyen Willen unserer Gemahlinn Alene und aller unserer Erben, nämlich Hartungs, Ludolfs und Alheid dem ehrwürdigen Herrn Johann Propsten in Annrode und den desigen Klosterfreun das Gut Riderbach für 36 Mark fein Silber mit allen Nutzbarkeiten und Einkünften, wie wir es gehabt haben, mit Nutznießungen, Rechten, Waldung Weyden und Wasser als Eigenthum ewig zu besitzen, und versprechen auch den genannten Herrn Propst und Klosterfrauen hinlänglich zu gewähren. Damit aber dieser Verkauf unverbrüchlich in der Folge gehalten werde, übergeben wir gegenwärtige Schrift mit dem Siegel Eckhards Wolf versehen, weil wir kein eigenes Siegel haben. Zeugen von dieser Handlung sind Friderich von Usla Vogt in Worbesse Eckehard sein Bruder, Conrad von Worbesse, Eckehard von Bischoverode und Henrich Hugonis und viele andere glaubwürdige Männer. Wie aber Eckehard Wolf Burgmann in Worbis bekennen daß wir wegen Bitte der erwähnten Perteyen und zur Bekenntnis der ganzen Handlung unser Siegel an diesen Brief haben hangen lassen.

Gegeben und geschehen im Jahr des Herrn 1311 am 23.Jun.

 

1317

  • Das Kloster Reifenstein bekennt, dass Ludolf von Gerterode zwei von ihm erkaufte Hufen und zwei Hofstätten in Dachrieden dem Kloster Anrode verkauft habe. Dies ist zu finden im Urkundenbuch der ehemals freien Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen. In dem Dokument ist auch von den Söhnen Hartung und Theoderich (=Dietrich?) und den Töchtern Alheydis (= Adelheid?) und Allene die Rede.

1318

  • Lena, Witwe Ludolphs von Gerterode, Hartung und Tylo ihre Söhne entsagen allen Ansprüchen auf zwei Hufen in der Feldflur von Dachrieden, welche einst Ludolph von Gerterode gehörten und welche jetzt das Kloster Reifenstein besitzt. (zu finden im Urkundenbuch der ehemals freien Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen)

1346

  • Adelheid von Gerterode als Äbtissin im Kloster Annrode genannt

1371

  • Sternerkrieg: militärische Auseinandersetzung in den Jahren 1371 bis 1373 zwischen der Landgrafschaft Hessen (und ihren Verbündeten) gegen den Sternerbund (Koalition aus Gegnern Hessens); in dem gebildeten Heer war auch Heinrich von Hayn aus Gerterode dabei:

Im Jahre 1371 bildete sich besonders gegen Landgraf Hermann von Hessen und die treu zu ihm stehenden Städte ein Bündnis von über 2000 Rittern, Freiherren und Grafen aus Hessen, Westphalen und den angrenzenden Ländern unter Graf Gottfried von Ziegenhain. Als Bundeszeichen entnahm man aus dessen Wappen den Stern, welchen die Ritter golden, die Knappen silbern führten. Von diesem Bundeszeichen erhielt die Genossenschaft den Namen Sternerbund, die einzelnen Mitglieder den Namen Sterner. Gegen diese rief Landgraf Hermann die Hülfe der erbverbrüderten meißner und thüringer Fürsten an. In dem hierauf von Markgraf Wilhelm im Jahre 1374 zusammengebrachten Heere diente ... Heinrich von Hayn in Gerterode mit 2 ... Lanzen.

1381

  • Adelheid junjor von Gerterode wird Äbtissin in Kloster Annrode (vorher Nonne)

1385 - 1387

  • Ludolf v. Gerterode als Amtmann zu Wanfried genannt

1388

  • Landgraf Hermann von Hessen erlässt 1384 eine neue Verfassung. Mit dieser verliert die Stadt Kassel ihre Selbständigkeit und der Landgraf wird zum unumschränkten Herrscher. Die Bürger wenden sich an Balthasar von Thüringen und erbitten Hilfe. Dieser verbündet sich mit Herzog Otto I. von Barunschweig-Göttingen und dem Erzbischof Adolf von Mainz.
  • Ludolf von Gerterode und Hans v. Riden stellen sich bei dieser Angelegenheit hinter Hermann v. Hessen (Auszug aus dem "Urkundenbuch der Stadt Göttingen bis zum Jahre 1400", 1863):

Tile v. Berlevessen, Ludolf v. Gertherode, Hans v. Riden, Konemund v. Stuternheim, Heinr. v. Brucken, Simon Rust, Hans Armeasche, Lotze Holeman, Kunze Hebestrit und ihre Gesellen verwahren sich gegen die Stadt, indem sie Landgraf Hermann v. Hesen gegen Herzog Otto helfen wollen, unter dem Siegel Ludolfs v. Gerterode des Aelteren. 1388, Symonis et Jude.

 

1397

  • Ludolf von Gerterode als Amtmann auf Schloss Allerburg (Kellerberg bei Weißenborn) genannt

1399

  • Hartung von Gertherode wird in der Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, Band 15 als Kantor genannt

1402

  • Streitigkeiten zwischen Ludolf und Hermann gegen den Herzog Otto. 1403 überließ Ludolf dem Rathe einen Hengst für 60 fl. als Abschlagszahlung. Auszug aus Urkundenbuch des historischen Vereins für Niedersachsen; Urkundenbuch der Stadt Göttingen vom Jahre 1401 bis 1500:

1402. Juni 15 (Viti et Modesti)

Die Gebrüder Hermann, Ludolf, Werner und Albrecht vom Hagen, Söhne des + Heinrich vom Hagen, von Gerterode, verzichten auf alle Ansprache, die sie gegen Herzog Otto und die Stadt Göttingen wegen Ludolfs Gefängnis und der Beschädigung Hermanns und Ludolfs hatten. Fallen weitere Streitigkeiten vor, so soll der Rath zu Nordheim die Sache auf gütlichem Wege beilegen. Ludolf bezahlt der Stadt Göttingen 100 fl. und kann bis zur Bezahlung in Haft gehalten werden. Werden Herzog Otto oder die Stadt ihre Feinde, so dürfen sie sich wehren, ebenso, wenn sie ihr Herr, der Landgraf Baltasar von Thüringen, gegen den Herzog aufbietet, nach Beendigung der Fehde aber tritt die Urfehde wieder in Kraft.

1419

  • Ludolf von Gerterode Zeuge um den Hülfensberg

1425

  • Vertrag zur Bauung einer Warte am Schöneberg

1444

  • Eckert von Guttern (heute Altengottern) wird als Veräußerer von Gerterode genannt
  • Grafen von Schwarzburg/Sondershausen kaufen Gerterode zur Hälfte; andere Hälfte wurde von Herzögen von Sachsen erworben.
  • Auszug aus "Heimathskunde für die Bewohner des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen von H.F.Th. Apfelstadt, Pfarrvicar in Großfurra und ordentlichem Mitgliede des Vereins für deutsche Geschichts- und Alterthumskunde zu Sondershausen, 1854":

Noch ist hier das mit der Domaine Keula verbundene herrschaftliche Gut Gerterode, welches auf dem Eichsfelde liegt, zu erwähnen. Es gehören zu dem Gute 497 Ar. Land und 167 1/2 Ar. Wiesen; ebemso gehören dazu einige Waldungen: die Vogelsleite, der Heidelberg, der Dachsberg, das Pfaffenthal, die Strute und der Heyeberg. - Diese Besitzungen kaufte Graf Heinrich XXIV. im Jahre 1444 von Eduard von Guttern für 1800 Gülden, und es gehörte damals auch das Gericht zu Scharfenstein und zu der Harburg, so wie das Schulpatronat über Gerterode dazu. Letzteres ist 1816 an Preußen abgetreten worden.

 

1446

  • Herzog Wilhelm von Sachsen belehnt den Grafen Heinrich von Schwarzburg mit einem Teil von Gerterode (Gut & Schloss); Hans von Hardenberg ist Lehnsmann auf 11 Jahre in Gerterode
  • 14.04.1446: Hans von Hardenberg bekennt Lehnsmann in Gerterode zu sein (11 Jahre); Es wird folgender Vertrag geschlossen: Graf Heinrich (Herr zu Arnstadt und Sondershausen) schickt jährlich zum Martinstag 1 Fuder Wein nach Gerterode; Hans von Hardenberg wird als treuer Lehnsmann gegen jede Feinde helfen (außer gegen den Bischoff zu Mentze (Mainz), die Herzöge zu Braunschweig und seine Vettern Heinrich und Dietrich zu Hardenburg)

1475

  • 14.07.1475: Heinrich, Graf zu Schwarzburg, Heer zu Arnstadt und Sondershausen, bekennt Eckhard Wolfe 900 rheinische Gulden schuldig zu sein. Dafür wird Wolfe das Schloss Gerterode mit allem Zubehör auf 11 Jahre überantwortet (ausgenommen: 4 Teiche im Ellingeröder Grund, alle Wiesen auf der Wipfra (Wipper) und alles Holz zu Gerterode). Wolf soll den großen Turm mit einer Behausung bauen, wofür Heinrich ihm das nötige Bauholz geben will. Die Kosten des Baues, auch am Torhaus, an Scheune, Ställen, Zänen oder Gräben, sollen ihm mit der Hauptsumme erstattet werden.

1493

  • Heinrich XXXVI erhält Gerterode; Auszug aus "Thüringen und der Harz, mit ihren Merkwürdigkeiten, Volkssagen und Legenden. 1844":

Im J. 1417 ... theilte Graf Heinrich XXI. von Schwarzburg mit seinem Bruder, dem Grafen Günther, die väterlichen Herrschaften ... . Graf Heinrich XXXI. von Schwarzburg wurde im J. 1440 ... von dem Landgrafen Friedrich von Thüringen, mit Schloß Arnsburg und Zubehör feierlichst zu Gotha beliehen. Nachher kam das Schloß an den Grafen Günther XXXVIII. und nach seinem Tode an dessen Sohn Heinrich XXXVI, der im J. 1493 nebst Sondershausen, ..., Gerterode, ... auch das Schloß und Amt Arnsburg erhielt.

 

1496

  • Gerterode wird an einer Erbteilungsurkunde in Sondershausen aufgezählt

1498

  • Belehnung der Grafen von Schwarzenburg durch Herzog Georg von Sachsen. Zur schwarzburgerischen Hälfte Gerterodes gehören auch Einwohner aus Deuna, Niederorschel und Worbis, die auch Ländereien in den umliegenden Ortswüstungen besaßen und nach Gerterode zinspflichtig waren. Unter ihnen auch die Deunaer Bauernkriegsteilnehmer Hans Stoltze und Hans Rosenhain sowie Hans Smeth aus Niederoraschel. Die soziale Lage der Genannten ist aus dem Gerteröder Zinsregister vom Jahre 1512 im Landesarchiv Rudolstadt zu ersehen.

1499

  • Belehnung der Grafen von Schwarzburg durch Erzbischof von Mainz

1505

  • Kaspar von Hanstein wird auf 15 Jahre das Schloss Gerterode von Graf Heinrich zu Schwarzenburg überantwortet. Er erhält das Recht an Nutzung von Wiesen, Äckern im Wert von 1000 rheinischen Gulden, den nächsten Teich am Schloss und 2 weitere Teiche. Weiterhin stehen im die Jagd auf Rehe, Hasen, hühner und Vögel zu. Das Holz zu Gerterode darf für den Bedarf an Feuerung und Gebäu gebraucht werden, aber ncht zum Verkauf.

1506

  • Erzbischof Jacob von Mainz belehnt Gerterode; die katholische Lehre soll streng beachtet werden

1512

  • Dittrich von Berlepsch in einem Huldigungsbrief im Register des Einkommens zu Gerterode genannt
  • Ellingeröder Mühle (auch Schwarzburger Mühle genannt (vom Müller Hans Gunterot betrieben)) erstmals erwähnt
  • Abgaben der Schwarzburger Untertanen (aus dem Gerteröder Zinsregister) - An Erbzinsen wurden von jedem Hof mit zugehöriger Hufe Land verlangt: 16 Groschen, 1 Malter (ca. 170 Liter) Weizen, 1 Malter Hafer, 2 Michaelishähne, 1 Fastnachtshuhn, 40 Eier zu Ostern, 45 Groschen für den Dienst, wenn kein Dienst mit Mann und Vieh geleistet wurde. Von den Schlossbewohnern wurde das beste Haupt an Vieh gefordert, dazu noch Flachsgeld und das Lehnsrecht.

1513

  • Es erscheint ein Lehnsbrief des Erzbischofs Uriel über Schwerborn und halb Gerterode, womit die Vettern Günther und Heinrich, Grafen von Schwarzburg, belehnt werden

1518

  • Herzog Georg von Sachsen Lehnsherr über halb Gerterode

1525

  • Der grosse deutsche Bauernkrieg 1. -7. Mai 1525 unter Führung von Thomas Müntzer und Heinrich Pfeifer; Zug über das Eichsfeld - auch das Schloss Gerterode (etwa 5 Häuser mit 20 Untertanen) wird niedergebrannt. Deuna wird evangelisch, die Gerteröder Einwohner gehen nach Deuna in die Kirche

1526

  • Herzog Georg von Sachsen Lehnsherr von halb Gerterode

1540

  • Ein Landfriedensbrecher, Rudolph Hildebrandt, Entführer des Stiftsherren von Jechaburg gegen Lösegeld, will auch den Gutsherren von Gerterode und den Ellingeröder Mühlen entführen, wird aber in Hüpstedt festgenommen und vom Grafen von Hagen verurteilt und hingerichtet

1548

  • Die Grafen von Schwarzburg wieder eimal in Geldnöten; es werden höhere Steuern und Abgaben geplant

1552

  • Siegfried Wurm wird als Geldgeber für die Grafen von Gerterode erwähnt. Der Zusammenhang bleibt unklar.

1559

  • Graf von Schwarzburg leiht vom Grafen von Hagen zu Deuna 3000 Goldtaler, wofür er ihm sein Gut Gerterode verpfändet

1571

  • Der Schwarzburger Gerteröder Wald soll das Holz zum Bau des Salzwerkes Sondershausen liefern. Dabei wird der Dachsberg von Gerterode mehrere Male erwähnt.

1579

  • Die Gegenreformation beginnt mit Einsetzung eines Jesuiten in Deuna. Austreibung desselben durch Einwohner von Deuna und Gerterode. Das löst heftige Gegenwehr der Mainzer Bischöfe aus.

1588/89

  • Vom Grafen von Schwarzburg werden im Dachsberg von Gerterode 5 Verträge zur Gründung von Glashütten (im Dreißigjährigem Krieg wieder zerstört) abgeschlossen. Die Materialien dafür wurden im Dachs- und Sandberg gefunden.

1599/1600

  • Durchführung einer Generalmusterung um Rekruten auszuheben. Gerteröder Burschen verstecken sich im Wald, da die Meldepflicht noch nicht überall durchgesetzt wurde.

1607

  • Deuna wird wieder katholisch. Die Gerteröder Einwohner wenden sich von Deuna ab und gehen nach Rehungen zur Kirche. Seit diesem Jahr sind die kirchlichen Amtshandlungen im Kirchenbuch von Rehungen verzeichnet.

1632

  • Die Glashütten werden geplündert und zerstört. Gerterode selbst bleibt aus ungeklärten Gründen verschont.

1648

  • Die ältesten noch vorhandenen Wohnhäuser sind in diesem Jahr errichtet; z.B. das alte liefeithsche Wohnhaus Ecke Hinterdorf-Gasse

1650

  • Neben dem fürstlichen Vorwerk und Hirtenhäusern gibt es fünf Bauernhäuser; 21 Einwohner sind evangelisch, das sind 1/3 sämtlicher Einwohner.

1655

  • Unionsrezess des Kirchenpatronats von Rehungen mit den evangelischen Gerteröder Einwohnern.

1660

  • Gesuch der Gerteröder an den Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg-Sondershausen eine Kirche bauen zu dürfen. Die Schwarzburger lehnen das ab, da sich die Gegenreformation etabliert und es im Eichsfeld zu vorwiegend wieder katholischen Dörfern kommt.

1674

  • Gerterode soll an Mainz Abgaben und Militz stellen, die gegen die Reformierten vorgehen soll. Die Schwarzburger verhindern das.

1684

  • von November 1684 bis 1708 wird Konrad Dunkelberg aus Gerterode als Rektor des nordhäusischen Gymnasiums genannt; Auszug aus "Historische Nachrichten von Nordhausen: gedruckt daselbst im Jahre 1740" von Friedrich Christian Lesser

... Hier gebe ich nur ein abgekürztes Verzeichnis aller Lehrer.

Rectoren (seit 1802 Directoren genannt): ...

24. M. Konrad Dunkelberg aus Gerterode 1684 (Nov.) - 1708, vorher Rector in Sondershausen. Dunkelberg war einer der verdientesten und fleißigsten Rectoren des hießigen Gymnasiums, der während seiner 24jährigen Amtsführung nur 4 Schulstunden versäumte und 226 Schüler zur Universität entließ. - Im Jahre 1703 waren in Prima 84, in Secunda 48 Schüler, und unter diesen 132 waren nur 45 Nordhäuser. - D. starb am 6. Jun. 1708 in seinem 68. Jahre.

1693-1700

  • Die Gegenreformation setzt verschärft ein

um 1700

  • bereits heute wird die Gerteröder Feuerwehr erwähnt

1728

  • Anschaffung der ersten mechanischen Feuerspritze

seit 1650 bis 1871

  • Gemeinde wächst auf 517 Einwohner an

1745

  • Fürstentum Kurmainz erkennt die freie Ausübung der evangelisch-lutherischen Religion an. So lange hatte es gedauert - von Luthers Thesenanschlag 1517 - bis nach unendlichen Kämpfen der Reformation und Gegenreformation, die evangelischen Christen nicht mehr drangsaliert und verfolgt wurden. 1568 kamen noch sechs Deunaer Familien zum Gottesdienst ins Vorwerk nach Gerterode, bis ihnen vom katholischen Pfarrer ein Ultimatum gestellt wurde, den katholischen Glauben wieder anzunehmen.


Alte Karte aus dem Jahre 1749 mit damaligen Grenzgebieten. Es ist zu sehen, dass Gerterode zum Gebiet Schwarzburg-Sondershausen gehörte.

 

1769

  • erste Schule in Gerterode, vorher gingen die Kinder nach Rehungen zur Schule

1771/72

  • Große Hungernot auf dem Eichsfeld, ausgelöst durch Missernten und Hagelschäden. Es galt strenges Verbot Holz zu schlagen, sogar Reisig sammeln zu dürfen, war beschränkt.

1784

  • Gerterode wird eine eigene Kirchengemeinde als Filialdorf der Nachbargemeinde Rehungen, das bereits seit 1648 zu Brandenburg gehörte

1799

  • Friedrich Heinrich Gunkel erwirbt die Schwarzburger Mühle und das dabeiliegende Ackergut für zwei Söhne
  • Verkauf des Schulgebäudes an den Schmiedemeister Siegmund Hühne

Ende 18.Jhd.

  • Blütezeit der Hausweberei

1801

  • Bau der Kirche mit Küsterwohnung im oberen Stockwerk und Schulzimmer im unteren Stockwerk
  • Verkauf des 1. Schulgebäudes an den Schmiedemeister Siegmund Hühne

1802

  • Säkularisierung: mit Auflösung des Kurfürstentums Mainz kam Gerterode unter die Preußische Krone

1806

  • Eingliederung von Gerterode ins Königreich Westfalen unter französische Besatzung (bis 1816 - Befreiungskriege). Das Königreich Westfalen gehört König Jerome - einem Bruder von Napoleon Bonaparte.

1813

  • an den Befreiungskriegen nehmen auch Gerteröder Einwohner teil; der Landwehrmann Heinrich Dietrich fällt
  • Auszug aus "Statistisches Repertorium über das Königreich Westphalen" von Dr. Georg Hassel:
    • Ortschaft: Gerterode
    • Departement: Harz
    • District: Duderstadt
    • Kanton: Niederorschel
    • Religion der Mehrheit: kath.
    • Qualität: Kirchdorf
    • Häuserzahl: 56
    • Volksmenge: 279

1816

  • Gerterode kommt zum Kreis Worbis, dessen Regierungsbezirk Erfurt unter preußischer Herrschaft stand
  • Fürstliche Domäne Gerterode erlangt Steuerfreiheit (Auszug aus "Archiv für die Civilistische Praxis, 51. Band, Heidelberg 1868):

So bestimmt der Staatsvertrag zwischen Preußen und Schwarzburg-Sondershausen vom 15. Mai 1816 (Preuß. Gesetzsammlung 1818, Anhang S. 71) ....

Auch bestimmt der Art. 2 desselben Vertrags:

"Auch soll die Steuerfreiheit der Fürstlichen Domäne zu Gerterode, so wie sie vor dem Tilsiter Frieden bestand, wieder hergestellt werden."

Im letzteren Falle handelte es sich um die Wiederherstellung einer zur Zeit des Königreichs Westphalen aufgehobenen Steuerfreiheit."

 

02.11.1819

  • Bewilligung einer Kollektensammlung zur Bestreitung der Kosten zum Kirchen- und Schulbau; Auszug aus dem Amtsblatt der königlichen Regierung zu Magedurg No. 47 (Magdeburg, den 20. November 1819)

Der Gemeinde Gerterode im Erfurter Regierungsbezirk ist zur Bestreitung der Kosten ihres Kirchen- und Schulbaus eine evangelische Kirchen- und Hauskollekte von der Königs Majestät bewilligt worden. Die betreffenden Behörden werden demnach hierdurch angewiesen, wegen Einsammlung dieser Kollekte im hiesigen Regierungsbezirk nach der unterm 24ten Juni pr. Amstblatt No. 28. erlassenen Gerenalvorschrift überall zu verfahren.

Magdeburg, den 2ten November 1819; königl. Preuß. Regierung. Erste Abtheilung

1823

  • 12.7.: der Turm des Kirchengebäudes erhält eine Glocke

1826

  • Bau der großen Reichsstrasse von Berlin nach Köln und der Halle-Kassler-Strasse am Helmberg bei Bernterode (Heute die B80).

1827

  • Heinrich Brandt besteht die Prüfung zum Lehrer an Landschulen ; Auszug aus dem Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt, Jahrgang 1827:

In Folge bestandener vorschriftsmäßiger Prüfung sind die evangelischen Schulseminaristen: ...

21) Heinrich Brandt aus Gerterode,

... für wählbar zu Lehrerstellen an Landschulen und niedern Stadtschulen ... erklärt, und unter die Zahl der wirklichen Schulamtscandidaten aufgenommen worden.

Erfurt, den 5ten Mai 1827, königl. preuß. Regierung

  • die Pfarrstelle Gerterode wird Ferdinand Bekuhrs übertragen; Auszug aus Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt, 28. Stück., Erfurt, den 14ten Juli 1827:

Personal-Chronik der öffentlichen Behörden.

...

Die erledigte Pfarrstelle zu Rehungen und Gerterode ist dem bisherigen Pfarrgehilfen Ferdinand Bekuhrs in Klettenberg übertragen worden. Erfurt, den 2ten Juli 1827

 

1830

  • Ludwig Günter kommt als Schulze nach Gerterode. Um 1800 ist er fürstlich schwarzburgerischer Brandweinbrenner von Bernterode und Gerterode und besitzt das größte Kaufmannsgeschäft des Eichsfeldes.

1838

  • Der Schulze Günther aus Gerterode wird als Schiedsmann für dem Bezirk Breitenworbis erwählt; Auszug aus dem Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt, Stück 27; Erfurt, den 7ten Juli 1838:

Personalchronik der öffentlichen Behörden

Für die Zeit vom Monat Juli d. J. bis dahin 1841 ...

Es sind ... für den Bezirk Breitenworbis der Schulze Günther zu Gerterode ... als Schiedsmänner erwählt, resp. als solche verpflichtet und bestätigt worden.  

1841

  • Gerterode gehört zur Superintendentur Bleicherode (ersichtlich aus Dokument "Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt"; Carl August Roback, 1841) 

Es befinden sich im Kreise, unter der Superintendentur von Groß-Bodungen stehend, 9 evang. Pfarrkirchen mit 5 Filialkirchen und 9 ordinierten Predigern, ferner 16 Elementarschulen mit 16 Lehrern, in welchen 708 Knaben und 693 Mädchen unterrichtet werden. - Zur Superintend. Mühlhausen gehören Rüdigershagen mit 1 Pfarrkirche und 1 ordinierten Prediger und Zaunröden mit 1 Filialkirche. - Zur Superintend. Bleicherode gehört Gerterode (Filial von Rehungen im Nordhäuser Kreise).

 

  • Landgemeinde Gerterode aus selbigem Buch wird folgendermaßen beschrieben

Gerterode, D., mit Fürstl. Schwarzb. Sondersh. Grundherrlichkeit, 1 Unterförsterei u. 1 Domainengut, mit 1. ev. Kirche (Filial von Rehungen), und 1 Schule. Gerterode hat 377 evangelische und 6 katholische Einw., 64 Wohnh. mit 92 Ställen und Scheuern, 2 Gemeindeh. u. 3 Mühlen: 1) die Küchenteilsmühle mit 1 Mahlgange ..., 2) die Wehrteichsmühle mit 1 Mahlgange ... , 3) die Ellingeröder Mühle mit 2 Mahlgängen...; zu letzterer gehört noch ein dabei liegendes Ackergut.

Im Dorfe befinden sich 2 Schankwirthe, 2 Krüge, 2 Victualienhändler, 1 Bäcker, 1 Fleischer, 1 Schuhmacher, 1 Grobschmied, 1 Hausschlächter, 1 Sägemühle, 16 Leinw. stühle, 9 Knechte, 13 Mägde. ...

Das Dorf liegt im Thal der Wipper auf bunter Sandsteinformation. Der Boden, Sand u. lehmiger Sand, ist meist abhängig und trocken. Klima neblig und kalt. Dreifelderwirtschaft mit Besömmerung. Ertrag schwach. Die Weiden schlecht. Obstertrag gering. Die Laubholzwaldungen lieferm 100 kl.

Viehstand: 41 Pferde, 93 Rindv., 827 Schafe (788 halb-, 39 unvered.), 16 Ziegen, 50 Schweine.

 

1842

  • Schweineseuche (Klauenseuche) unter der Schweineherde; durch Feuer bekämpft

1847

  • Hungerjahr
  • Beginn des Ausbaus der Strasse nach Deuna bis zur Flur (Kalksteinpacklage)

1849

  • der Kaufmann Friedrich Günther aus Gerterode wird zum Mitglied der Handelskammer in Mühlhausen; Auszug aus "Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt", 31ten März 1849:

Mit Bezugnahme auf den ... allerhöchsten Erlaß ..., betreffend die Einrichtung einer Handelskammer in Mühlhausen für die Kreise Mühlhausen, Heiligenstadt und Worbis, wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß zu Mitgliedern und Stellvertretern dieser Handelskammer nachbenannte Personen erwählt ... worden sind, und zwar: ...

12) der Kaufmann Friedrich Günther aus Gerterode.

Erfurt, den 20sten März 1849

  • Gerterode liefert mehrere Fuder Lesesteine und Kies zur Verbessung von Wegen; Auszug aus "Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt", 31ten März 1849:

Nach den Anzeigen der landräthlichen Behörden sind im verflossenen Jahre von den Gemeinden unseres Verwaltungsbezirkes 48,025 Fuder Feldsteine von den Aeckern abgelesen und nebst einer bedeutenden Menge von Bruch- und Pflastersteinen, Kies, Schutt und Erde zur Verbesserung der Verbindungs-, Feld- und Ortswege verwendet worden. Hierbei haben sich nachbenannte Gemeinden ausgezeichnet: ...

2) im Kreise Worbis:

... Gerterode 96 ein-, 82 zwei-, 25 drei- und 34 vierspännige Fuder Lesesteine, 30 ein-, 20 zwei- und 22 dreispännige Fuder Kies ...

1850-51

  • Mühle am Kachelteich wird abgerissen; der Teich wird Ackerland; das Land geht in den Besitz der Domäne über

1851

  • Verhandlung wegen ehrenverletzender Äußerung auf dem Rondelchen. Der Angeklagte wird wegen eines Druckfehlers im Sonderhäuser Gesetzblatte frei gesprochen. Ansonsten hätte ihm bis zu einem Jahr Haft gedroht. (Auszug aus dem Wochenblatt für Strafrechtspflege in Thüringen, 1851, No. 3):

Am 2. Juni 1850 wurde auf dem sogenannten Rondelchen, einem Bergrücken nahe bei Vollenborn im Fürstenthume Sonderhausen, ein jährlich wiederkehrendes Volksfest gefeiert, zu welchem sich die Einwohner aus vielen umliegenden Schwarzburgischen und Preußischen Ortschaften eingefunden hatten. Des Abends gegen 5 Uhr entstand zwischen Preußen und Schwarzburgern eine Prügelei, welcher jedoch durch das Einschreiten von Policeibeamten ein Ende gemacht wurde. Bei dieser Gelegenheit sollte der Angeklagte den Schultheißen Huhn aus Gerterode gestoßen haben, und da dieser mit Anzeige drohte, so suchten einige Freunde des Angeklagten die Sache beizulegen. Zu diesem Zweck brachten sie den Angeklagten zu dem Schultheißen Huhn. Der Angeklagte zeigte sich jedoch wenig zu einem Vergleich geneigt, brach vielmehr nach den Aussagen mehrerer Zeugen in die Worte aus: "Ihr seid Bettelpreußen, Euer König ist ein Spitzbube, ein Hurenkerl." Er sprach diese Worte laut und es standen ungefähr 20 Personen in der Nähe, welche diese Reden hören konnten.

1852

  • Flurseperation verursacht der Gemeinde Kosten von 330 Taler (hierbei wird das Land der Besitzer eindeutig markiert); derzeitiger Schulze: Friedrich Hühne
  • Der Kaufmann Friedrich Günther aus Gerterode wird für die Jahre 1852 - 1854 wieder erwählt zum Stellvertreter der Handelskammer zu Mühlhausen; nachzulesen im Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt, Stück 5, Erfurt, den 31sten Januar 1852

1855

  • Einbau einer Kirchenorgel mit Bälgen, die getreten werden müssen

1859-60

  • Abbruch der Fuchsmühle. Sie wurde bereits vor der Seperation verkauft und wird nun zum Aufbau der Dachsmühle (spätere Weberei) an der Wipper verwendet.

1861

  • Kaufmann Günter gibt sein Kaufmannsgeschäft in Gerterode auf. Er baut eines seiner zwei Häuser ab und in Großbodungen wieder auf
  • Hausierung im Schelmensgrund verursacht der Gemeinde 57 Thaler Kosten.
  • 556 Thaler kostet der Ausbau der Strasse bei der Mühle.

1866

  • Kriege gegen Österreich: Fritz Rudloff kehrt nicht wieder zurück (er stirb in Brünn an Cholera)

1863-67

  • Bau der Eisenbahnstrecke Nordhausen-Ahrenshausen. Sie durchschneidet auch den Flur-Teil von Gerterode

1870

  • Zimmermeister Schäfer aus Gerterode erbaut den Kirchturm in Deuna für 4490 Thaler

1870/71

  • 30 Mann nehmen am Krieg gegen Frankreich teil; Einer, namens Behrens kehrt nicht wieder zurück

1871

  • Gerterode zählt 577 Einwohner, davon 27 (20 Männer und 7 Frauen - 5 davon kehren nicht wieder zurück) als Wanderarbeiter in der Fremde

1873

  • Schule, aus Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt, Stück 46, Erfurt, den 8. November 1873:

Personalchronik der öffentlichen Behörden.

(908.) Der Lehrer Bölker, bisher in Branderode, ist als Schullehrer, Küster, Cantor und Organist der evangelischen Gemeinde Gerterode, im Kreise Worbis, angestellt.

1874 

  • Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt (Erfurt, 04. April 1874) - Verordnung und Bekanntmachungen der Central-Behörden

Auf Grund des §. 185 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Bildung und Zusammensetzung der Amtsbezirke, sowie die Ernennung der Amtsvorsteher und ihrer Stellvertreter im Kreise Worbis in nachstehender Art erfolgt ist:

...

Amtsgericht Nr. X. Gerterode

a. Bestandteile.

1. Gemeinde Bernterode mit der Dachsmühle und Roggenmühle

2. Gemeinde Gerterode mit der Schwarzburger Mühle

3. Fürstliche Domäne Gerterode

4. Gemeinde Vollenborn

5. Gut Vollenborn

6. Gemeinde Deuna

7. Gute Deuna - Vorderhof

8. Gut Deuna - Hinterhof

b. Amtsvorsteher: Domänenpächter Friedrich zu Gerterode

c. Stellvertreter: Schulze Bader zu Bernterode

 

1877

  • 1.4. Übernahme der Privateisenbahn Halle-Kassel durch den Preußischen Staat
  • in östlicher Verlagerung der Kirche und Küsterwohnung wird ein neues Schulgebäude (zweistöckig) errichtet --> Klassenzimmer im unteren Stockwerk

1880

  • Friedhof um die Kirche ist belegt --> außerhalb der Ortslage - in der "Gezellige" wird ein neuer angelegt (der heute noch besteht)

1883

  • Kriegsteilnehmer von 1870/71 gründen als 1. Verein im Ort einen Kriegerverein

1885

  • 1.12. Gerterode hat 585 Einwohner

1886

  • 1.6. schweres Hagelunwetter; über ein Drittel der Feldfrüchte werden zerstört

1891

  • Der Bauhandwerkerverein als erster Zusammenschluß der Arbeiter wird gegründet. Vor allem Wanderarbeiter schließen sich zusammen und kämpfen für ihre Rechte.

1892

  • Gesangsverein unter Leitung von David Gunkel als Dirigent wird gegründet

1893

  • 1.1. schwere Bluttat in der Neujahrsnacht: Eduard Gunkel wird von Otto Gunkel erstochen (Zeitungsausschnitt "Eichsfelder Anzeiger": Gerterode, 1. Januar. Am heutigen Neujahrsmorgen wurde unser sonst so stilles Dörfchen in große Aufregung versetzt. Mehrere junge Leute hatten gemeinsam Sylvester gefeiert und trennten sich erst bei Tagesgrauen, darunter auch der Eduard Gunkel aus der Ellingeröder Mühle. Um 5 1/2 Uhr früh verbreitete sich die Kunde, derselbe sei auf dem Weg nach der Mühle, unweit von hier, erstochen aufgefunden worden. Als Thäter wurde der Ackermann Otto Gunkel von hier bezeichnet. Nachdem die Leiche nach hier geschafft, und festgestellt war, daß'der Stich unmittelbar das Herz getroffen habe, wurde nach dem Mörder gesucht und fand man denselben auf dem Heuboden seines Grundstücks erhängt vor. Wie verlautet, sollen die beiden jungen Leute sich eines Mädchens halber entzweit haben und hat der Streit dieserhalb einen so überaus traurigen Ausgang genommen. Drei bei dem Vorgang zugegen gewesene hiesige Leute wurden heute Mittag verhaftet und an das Gerichtsgefängnis in Worbis abgeliefert (Wie wir hören, sind dieselben heute (2.) wieder entlassen worde.))

1895

  • In Gerterode gibt es 103 Handwebstühle; Eröffnung einer Faktorei im Hause Wilhelm Kruse

1899

  • Mit Ausbau eines 2. Klassenzimmers im oberen Stockwerkes der Schule wird eine 2. Lehrerstelle geschaffen.
  • Die Gemeinde erwirbt die Gastwirtschaft von der Witwe Liefeith; diese wird nun Gemeindeschänke

1900

  • Eine Konsumgenossenschaft ruft einen Krämerladen ins Leben. 1. Verkaufstellenleiter: Karl Gunkel

1909

  • Brand: die Hintergebäude von Karl Wenzel und Heinrich Triesch brennen nieder

1910

  • Einwohnerzahl : 678 (320 Männer, 358 Frauen)

1912

  • Lehrer Fritz Sennewald bringt die Turnerei unter der Jugend zur Blüte (Turnverein - Deutsche Turnerschaft)
  • Übernahme der Landstraße nach Gerterode durch den Kreis Worbis



Photo um 1910/1912 (vermutlich Feuerwehr-Festumzug)

1913

  • Durch eine Überlandleitung von Rehungen bekommt Gerterode den ersten elektrischen Strom; daurch kommt es zu einem bedeutendem Aufschwung in Handwerk und Bauernwirtschaften.
  • Tanzsaal wird am Gemeindegasthaus errichtet

1914

  • Mobilmachung zum 1.WK (von den Kriegsteilnehmern fallen 19, 1 wird vermisst, 2 sterben an den Kriegsfolgen in der Heimat)
  • Einführung der Brotmarken

1916

  • Einführung der Fettmarken (Kuchen backen verboten)

1916/17

  • Beschlagnahme von kupfernen Kesseln und einer kupfernen Kirchenglocke

1918

  • 9.11. Kriegsende, Freude im Dorf, Girlanden mit der Aufschrift: "Es lebe die Freiheit!"

1920

  • Marsch von Gerteröder Arbeitern nach Worbis anläßlich des Streiks zum Kapp-Putsch im März

1923

  • 13.10. Einführung der Rentenmarkt: 1 Billion Papiermark = 1 Rentenmark
  • Umbau des Glockenturms (auf Grund von Wettereinflüssen), Einbau von drei Stahlglocken
  • August: Hungerdemonstration Gerteröder Arbeiter im Ort; Beschlagnahme von Lebensmitteln
  • das 1. Rundfunkgerät empfängt drahtlos mittels elektronischen Wellen Musik und Nachrichten. Besitzer eines solchen Gerätes: Oberamtmann Böttger

1924

  • 4.5. Reichstagswahlen: 88 kommunistische Stimmen
  • gerichtliches Nachspiel der Hungerdemonstration
  • Die schlechte Arbeitslage macht unzählige Gerteröder arbeitslos. Gerteröder müssen nach Niederorschel auf das Arbeitsamt stempeln gehen.
  • Durchführung von Notstandsarbeiten; im Hinterdorf wird eine Buntsteinstützmauer errichtet und das Flussbett der Wipper wird reguliert (begradigt)

1925

  • Am Himmelfahrtstag wird in Bernterode Schacht eine neue evangelische Kirche eingeweiht - Teilnahme vieler Gerteröder

1926

  • 8.8.: Durch einen Blitzstrahl entzündet, brannte der Dachstuhl des Gemeindemietshauses im oberen Mitteldorf ab. Vom Löschwasser durchnäßt, wird es abgebrochen und nicht wieder aufgebaut.
  • 24.3.: Ludwig Kruse SPD rückt als Nachfolgekandidat an Stelle des erkrankten SPD Abgeordneten August Gothe in den Kreistag nach

1927

  • als 1. Sportplatz wird die "Rehmsche Wiese" vor dem Dorf ausgebaut und eingeweiht

1928

  • Eine Feuerbrunst äschert Scheune und Stallungen des Stellmachers Ludwig Wisotzky ein. Damit beginnt eine Brennperiode die bis 1933 nacheinander 20 Scheunen einäschert. Es wurde Brandstiftung vermutet, doch konnte keiner dieser überführt werden.
  • 30.5.: Reichs- und Kreistagswahlen: G. Schäfer aus Gerterode wird Kreistagsabgeordneter

1930

  • Im Kittel - Ecke Finkenburg - entsteht ein neuer Brunnen, der den Wasserbedarf der neuen Motorspritze deckt.
  • Graf von Hagen zu Deuna verpachtet als Feudalbesitzer Gerteröder Einwohnern 100 Morgen Ackerland westlich des Struhtwaldes, das dann von diesen 3 Jahre später käuflich erworben werden kann.

1931

  • Stilllegung des Kalischachtes Bernterode - auch Gerteröder Einwohner werden ausgesperrt
  • Die 1. Fußballmannschaft nimmt an Wettspielen teil

1933

  • 30.1.: Hitler wird Reichskanzler (auch in Gerterode erhält Hitler auf Grund der grassierenden Arbeitslosigkeit die meisten Stimmen (33,4%)); Bildung einer Zelle der NSDAP im Ort
  • Ernst Hartung wird neuer Bürgermeister
  • am 01.05. werden auf dem Kirchplatz 3 Linden gepflanzt: eine Hindenburg-Linde, eine Göring-Linde und eine Hitler-Linde. Zwei der Linden wurden nach der Wende gefällt. Die dritte einige Jahre später.
  • aus der Pflichtfeuerwehr wird eine Freiweillige Feuerwehr

1939

  • Eröffnung eines Kindergartens
  • Kriegsbeginn - die ersten jungen Männer werden eingezogen, von denen viele nicht wieder zurück kommen

1945

  • Pausenlose Fliegerangriffe auf deutsche Städte. Im Frühjahr fallen Bomben im Gehege zwischen Bernterode und Wülfingerode
  • 17.4.: Amerikanische Panzer rollen in den Ort. Kinder und Jugendliche laufen nach anfänglicher Scheu nebenher und sammeln Kaugummis und Schokolade auf, die von Panzern herunter geworfen werden. Die Einwohner bekommen erstmals einen Schwarzen zu Gesicht. Alle Waffen sämtlicher Art müssen abgegeben werden.
  • Neubildung der KPD und SPD im Ort
  • Bildung eines Ausschusses zur Durchführung der "Demokratischen Bodenreform" - Die thüringische Staatsdomäne mit 190 ha Ackerland und 192 ha Wald werden aufgeteilt. Vorsitzender der Bodenreform-Kommision war Wilhelm Wüstemann. Der Domänenpächter Fr. Dietzel muss sofort das Gut verlassen.
  • Bei 540 Einwohnern muss Gerterode 280 Neubürger (Flüchtlinge und Vertriebene) aus den deutschen Grenzgebieten (Pommern, Schlesien und Sudetenland) aufnehmen und mit diesen einen Wohnraum teilen. Das bereitet große Probleme, obgleich viele Gerteröder Einwohner großes Verständnis aufbringen. Fast jedes Haus bekam Einquartierungen. Die Schule platzte aus allen Nähten. Bänke mussten heruntergeschafft werden. Ein Stimmengewirr von Dialekten aller Art war zu vernehmen.

1946

  • Juli: Mit Bildung des Kreises Eichfeld Worbis/Heiligenstadt kommt Gerterode mit noch 21 Gemeinden zum Kreis Nordhausen
  • Im Ort entsteht eine Maschinenausleihstation des MAS Sollstedt
  • Organisation der Neu- und Altbauern, die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (V.d.g.B.) wird gegründet
  • kalter Winter mit viel Schnee

1947

  • regenarmes, trockenes Jahr

1947/48

  • Bau eines neuen Sportplatzes im Wald und Einweihung mit dem Spiel gegen Bielen / Kreis Nordhausen

1948

  • 2 neue Neubauernhöfe entstehen auf der Schaftrift an der Aue (Kurt Pfaff und K. Schäfer); auf dem Siedlerhof (ehemalige Domäne) entstehen 6 Neubauernhöfe: K. Kurz, Albin Wenzel, Fritz Brand, Otto Müller, H. Behrens und Adolf Ebenrett
  • Die Radfahrgruppe der Männer nimmt am Kreisausscheid in Bleicherode teil und belegt den 2.Platz
  • Der Kindergarten ist wieder für alle zugänglich.

1949

  • Der Schwarzhandel blüht mit fantastisch hohen Preisen. Die Handelsorganisation HO beginnt ihre Tätigkeit. Es sind wieder ausgesprochene Mangelwaren erhältlich.
  • Fackelzug zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 

1950

  • Die Radfahrgruppe der Männer wird Kreismeister
  • erstes Kirmeseifern nach dem Krieg
  • ca 10 Gerteröder Jugendliche nehmen am 1. Deutschlandtreffen der FDJ in Berlin teil
  • die nach dem Krieg gegründete Fussballmannschaft wird erstmals Kreismeister und verteidigt diesen Titel 2 Jahre

1952

  • Gerteröder Traktoren nehmen an der Umpflügung eines 10 Meter breiten Grenzstreifens teil
  • Gerterode kommt zurück zum Kreis Worbis
  • als 2. politische Partei im Ort wird die Demokratische Bauernpartei gegründet
  • Die Spar- und Darlehenskasse Gerterode wird mit 5 weiteren Orten zur Bäuerlichen Handelsgenossenschaft Niederorschel vereinigt

1953

  • Die 1. Fussballmannschaft "Traktor Gerterode" steigt aus der 1. Kreisklasse in die Bezirksklasse auf. Bei einem Spiel in Bleicherode, das mit 3:1 gewonnen wurde, zerschoss Heinz Tuschy die Netzhaltestange.
  • 2.2. Die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Karl Marx" wird mit 12 Neubauern gegründet; 1. Vorsitzender: Walter Wenzel, danach Heinz Hartung und Walter Kurz. Die LPG hat es schwer, kaum Technik, Landmaschinen und Traktoren. Die MAS hilft mit ersten Traktoren aus der Sowjetunion. Die Stalinez-Raupe fuhr als erster Rudi Hesse. Anfangs bildeten sich zwei untereinander konkurrierende LPGn. Auf der einen Seite standen die besser situierten Bauern, auf der anderen Seite weniger gut gestellte. Von oben wurde dann der Zusammenschluß befohlen - Die LPG wurde zum größsten Arbeitgeber des Dorfes.
  • MAS Außenstelle Gerterode wird dem MAS Bereich Dingelstädt unterstellt
  • Gründung des Gerteröder Karnevalvereins (GKV) in der unteren Gaststätte Arno Hühne. Der Karneval in Gerterode wird zur Tradition

1954

  • Vom Kreis wird im Hüttengrund ein Jugendheim erbaut (unter Initiative von Hans Liefeith, Kreissekretär der FDJ)
  • auf den LPG-Feldern arbeiten die ersten Mähdrescher

1956

  • Das Jugendheim wird Grundschule. Im Dachgeschoss sollen 2 Lehrerwohnungen entstehen.
  • Der 1. Fernsehapparat, als Geschenk der Regierung, wird im Jugendheim aufgestellt
  • die 1. Fussballmannschaft steigt wieder in die 1. Kreisklasse ab
  • regelmäßige Omnibusverbindungen bestehen nach Bernterode, Sollstedt, Niederorschel mit Anschluss nach Worbis

1958

  • Jugendheim wird vierklassige Grundschule
  • im Mai fallen die Lebensmittelkarten weg

1959

  • März: erste Jugendweihe in Gerterode
  • Bau eines Rinderoffenstalls der LPG am Struthberg
  • Bau eines Schweinestalls der LPG am Sandberg

1960

  • Gerterode wird das 2. vollgenossenschaftliche Dorf im Kreis Worbis
  • Ein Landwarenhaus der Konsumgenossenschaft Niederorschel wird gebaut.
  • Am Struthberg entsteht eine 25 ha große Viehweide. Im Hüttengrund werden noch 10 ha eingesät zur Erweiterung der Milchviehwirtschaft.

1961

  • Kurz vor Schließung der Grenze verlassen viele Familien das Dorf Gerterode
  • Im Mertal wird zur Erforschung des Untergrundes ein Bohrturm für das künftige Zementwerk Deuna aufgestellt.

1962

  • erste Dorffestspiele auf dem Festplatz im Baumgarten
  • Auftritt der Klauenseuche im Schweinestall der LPG
  • Das Auebächlein wird auf 2 m bis zur Mühle (3 km lang) ausgebaggert

1963

  • Bau von Betonmistplatten und Strassenbefestigungen am Schweinestall der LPG

1964

  • Die LPG baut mit Hilfe des Kreisbaubetriebes einen deckenlastigen Kuhstall mit 136 Kuhplätzen in Kompaktbauweise.
  • Bau einer geräumigen Feldscheune quer zum Kuhstall.
  • Zur Wasserversorgung wird ein Brunnen gebaut, der die Naschbornquelle speichert.
  • Bau eines Hochbehälters auf dem Struthberg, der auch einmal die Vorbedingungen für eine Ortswasserleitung schaffen soll.

1965

  • Einführung neuer Strassenbezeichnungen und Hausnummern im Ort
  • Die LPG erwirbt das ehemals Hühnsche Haus (Gasthaus) und baut es als Lehrlingswohnheim um und aus.
  • 1.9.: Aufnahme der Lehrausbildung in der LPG
  • Kanalisation der Mitteldorfstrasse für 35.000 Mark

1966

  • 1.9.: Für Gerteröder Kinder von der 5.-8. Klasse beginnt der Schulunterricht an der POS Niederorschel. Sie fahren täglich per Bus dorthin.

1967

  • Bau eines Rübenkellers in Verlängerung der Feldscheune der LPG
  • 1.12.: Rassegeflügelschau des Rassegeflügelvereins in den Konsumgaststätte

1968

  • 5.5.: Feierstunde zum 150. Geburtstag von Karl Marx
  • Am 1.7. wird mit dem Bau des Eichsfelder Zementwerkes begonnen. An der Schwarzburger Mühle wird eine Baustrasse gelegt und quer durch das Wippertal ein Bahndamm aufgeschüttet, weil eine Bahnverbindung von Deuna zum Bahnhof notwendig wird.
  • 1.9.: Die Lehrausbildung wird in Gerterode eingestellt und zentral nach Beinrode verlegt. Das Lehrlingswohnheim verliert seinen Zweck.

1969

  • Der Kreis übernimmt das Gebäude des ehemaligen Lehrlingswohnheims und richtet ein Altersheim ein, das ab Februar 1970 bezogen wird.
  • ein zweiter erdlastiger Kuhstall der LPG wird gebaut
  • Schließung der Schule

1970

  • 1.1.: Die LPG "Geschwister Scholl" Vollenborn schließt sich mit der LPG "Karl Marx" Gerterode zusammen. Das Vieh von Vollenborn wird in Gerterode mit eingestellt.
  • Durch Eigeninitiative im "Mach mit"-Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" erhält Gerterode mit Anschluß an den Hochbehälter auf dem Struthberg der LPG Ortswasserleitung.
  • Der Feldweg nach Vollenborn wird als Steinstrasse mit Asphaltdecke ausgebaut, die LPG wendet dazu 300.000 Mark auf
  • Das Zementwerk Deuna baut an der Flurgrenze Martal - Schiereiche eine Steinasphaltstrasse, da die direkten Wege von Gerterode nach Deuna durch das neue Fabrikgelände abgeschnitten wurden
  • Rassegeflügelschau auf dem Saal der Gemeindeschänke
  • trockenes, regenarmes Jahr

1973

  • 2.2.: Feier anlässlich des 20.Gründungstages des LPG
  • Einbau eines Gemeinderaumes in die Kirche
  • Bau einer Leichenhalle auf dem hiesigen Friedhof
  • Bau der Kanalisation und einer neuen Stützmauer im Hinterdorf

1974

  • Strassenneubau von der Ellingeröder Mühle bis zum LPG-Hof. Alle Strassen erhalten Kanalisation.
  • Ausbau eines Kinderspielplatzes im Dorf an der Kirche.
  • Elektrische Holzmasten werden durch Betonmasten ersetzt. Die Dorfbeleuchtung wird erneuert und modernisiert.
  • Bildung der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) - Unterteilung in Pflanzen- und Tierproduktion (am 01.01.1974)

1975

  • Abbruch des baufälligen Gutsherrenhauses als Überbleibsel des Feudalismus
  • Fortsetzung des Strassenbaus bis an den Offenstall
  • 07.10.: erste Ofenlinie des fertiggestellten Zementwerkes wird gezündet

1976

  • 1.1.: Zusammenschluss der LPG "Karl Marx" Gerterode mit der LPG "Goldene Ähre" Deuna zur LPG "Karl Marx" Deuna
  • Ehemaliger alter dickwändiger Gutsschafstall wird als Saatkartoffellager umgebaut. Die angrenzende Maschinenscheune wird Schafstall. Sturmböhe am 2.1. deckt dessen Pappdach ab.
  • "Hintern Baumgarten" erhält eine neue Asphaltstrasse

1977

  • die 1. Fußballmannschaft steigt in die 2.Kreisklasse ab
  • Friedensstrasse, Bernteröder Weg, Hüttengrund und Finkenburg erhalten eine Asphaltstrasse

1979

  • Gerterode wird dem Gemeindeverband "Eichsfelder Kessel" Niederorschel angeschlossen

1980

  • 16.06.: Hochwasser in Gerterode

1983

  • Gründung des Tennisvereins

1984

  • Bau zweier Tennisplätze

1986/87

  • Kirche: neue Fenster und Fliesen, Ersetzen der alten Holzbänke durch Stühle

1987/88

  • Umgestaltung und Renovierung des Gemeindesaals mit vielen Stunden im "Nationalen Aufbauwerk"

1988/89

  • Erfolgreicher Aufstand der Gerteröder Bevölkerung gegen eine Müllverbrennungsanlage, die zwischen Rehungen und Gerterode errichtet werden soll

1989

  • Am 9.11. erfolgt die Öffnung der Grenze. Kurz darauf konstituiert sich eine Bürgerinitiative. Lothar Pfaff, Gerhard Sommer, Gottfried Gunkel und Angelika Gremler erarbeiten ein Positionspapier (Gründungsaufruf), dieses führt einen Umschwung im Gemeinderat herbei.
  • Gemeindeversammlung der neu konstituierten Parteien und denen aus Westdeutschland wird einberufen, um für ihre Parteien und ihre Wahl zu werben, In dieser Versammlung treten Hans Liefeith und Kurt König als Gemeinderatsmitglieder zurück.
  • der erste Kontakt zu Gerterode in Hessen kommt kurz nach der Grenzöffnung zu Stande. Zwei Familien aus Gerterode Thüringen besuchen Gerterode Hessen, wo sie durch den Ortsvorsteher Herrn Karl-Heinz Orth herzlich begrüßt werden

1990

  • bei der 1. Freien Wahl erhählt die CDU im Ort die Mehrheit.

1991

  • 725-Jahrfeier der Gemeinde Gerterode
  • Umbildung der LPG "Karl Marx" Deuna zur Agrar GmbH "Am Dün"

1992

  • Gasanschluss von Bernterode
  • 10.11.: Gerterode bekommt ein Wappen; Entwurf und Gestaltung: K.-H. Fritze aus Niederorschel

1993

  • Gründung des Kirchchores unter Leitung von Kantor Waldemar Franke (Heiligenstadt)

1994

  • Landkreise Worbis und Heiligenstadt schliessen sich zum Eichsfeld-Kreis zusammen
  • Stiftung eines Dorfeingangsschildes der damaligen Gemeindevertretung
  • Gründung des Heimat- und Verkehrsvereines (HVV)

1995

  • Über 100 Haushalte erhalten ab 1990 einen Telefonanschluss

1995/96

  • Verkauf der Gemeindeschänke an Reinhild Peczulat
  • das ehemalige Schulgebäude beim Hüttengrund wird wieder Jugendclub

1996

  • Aufnahme des Dorfes in das Dorferneuerungsprogramms (bis 2003 wird folgendes in Angriff genommen: Bürgersteigbau "Karl-Marx-Straße", Stützmauer "Karl-Marx-Straße", Gestaltung Bushaltestelle)
  • Bau eines dritten Tennisplatzes
  • Sanierung der Stützmauer
  • 50 jähriges Jubiläm des Sportvereins "Rot-Weiß" Gerterode

1997

  • Schließung des Kindergartens aufgrund rückgängiger Kinderzahlen

2000

  • Renovierung des Kirchendaches und des Küsterhauses mit Einweihung im Mai 2001

2002

  • Herbst: Renovierung des Kirchenorgel nach einem Benefizkonzert im Oktober 2001

2003

  • Der Gerteröder Karnevalsverein (GKV) feiert sein 50-jähriges Bestehen
  • 20 Jahre Tennisverein
  • Die Strasse "Hinter den Höfen" wird erneuert
  • 275 Feuerlöschwesen in Gerterode
  • Der Vorplatz der Kirche und das Kriegerdenkmal werden saniert
  • heißer Sommer mit wenig Regen

2004

  • Volkswandertag zum 10-jähriges Bestehen des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV)
  • Die Toiletten des Gemeinde-Saales werden erneuert.

2005

  • Der 1. Weihnachtsmarkt findet in Gerterode statt.

2006

  • Januar: 30 jähriges Bestehen des Brieftaubenzüchter-Vereins
  • März: Eiserne Hochzeit von Walter und Waltrud Hesse
  • Juni: 60 Jahre organisierter Fußball in Gerterode
  • Kalter langer Winter mit viel Schnee

2007

  • Die Kirche bekommt neue Türen und eine neue Stufe für die Seitentür
  • Auf dem Gemeindesaal wird eine Belüftung eingebaut und das Stromnetz erneuert.
  • 17.08.2007: Einweihung des neuen Vereinshauses
  • Der Weg an der Aue wird geteert - es ist die letzte Strasse im Ort, die eine Teerdecke bekommt

2008

  • Auf dem "Platz der LPG" wird eine Buswendeschleife gebaut

2009

  • August: Unwetter mit viel Regen sorgt für überflutete Straßen
  • 16.08.: Das erste Oldtimer-Treffen findet statt
  • Ausbau der Räume über dem Küsterhaus
  • kalter Winter (Temperaturen bis -27 Grad)

2010

  • 22.08.: Unwetter in Gerterode; Schlamm wühlt sich durch das Dorf und die FFW ist mehrere Tage im Einsatz um den Schlamm-Massen Herr zu werden
  • es wird begonnen die Kirche in ihr ursprüngliches Aussehen zurück zu bauen

2011 - 2015

  • Im Rahmen der Dorferneuerung wurden folgende Sanierungen vor genommen:
  • 2011: Dach Gemeindehaus, Spielplatz, Parkplätze Friedhof
  • 2012: Dach Gemeindesaal, Sanierung der Trauerhalle
  • 2013: Straßenausbau Finkenburg und Hochwasserschutz Grunderwerb, Abbruch ehemaliges Wohnheim
  • 2014: Sanierung der Stützmauern ehemaliger Konsum und Karl-Marx-Straße, Geländer Karl-Marx-Straße und Aue, Fassadensanierung Gemeindesaal, Neugestaltung Hofanlage Gemeindehaus, Sanierung Vereinshaus Tennisanlagen
  • 2015: Innensanierung Gemeindesaal, Wasserversorgung Sportlerhaus Sportplatz Waldfrieden

2013

  • Auf Grund der vielen Überschwemmungen wird auf dem Feld hinterm Baumgartenweg ein neuer Graben gebaut, der die Wassermassen fern halten soll
  • Die Finkenburg bekommt eine neue Straße; der dazugehörige Hang wird von Pflanzen befreit und mit Linden bepflanzt

2014

  • Gerterode hat fast alle Schulden abgebaut; die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei unter 10 Euro 
  • im Rahmen der Dorferneuerung wird folgendes saniert: neue Fenster für den Gemeindesaal; Sanierung zweier Stützmauern; Sanierung Tennis-Vereinshaus (neues Dach, neue Fenster- und Türen und neue Fassade); Arbeiten am Gemeindehaus
  • das Lehrlingswohnheim wird abgerissen
  • Die Fußballmannschaft Rot-Weiß Gerterode steigt in die erste Kreisklasse auf 
  • 20 Jahre Feuerwehrverein Gerterode e.V. 

2015

  • Renovierung des Gemeindesaales

2016

  • die 750-Jahrfeier wird mit einer Festwoche gefeiert
  • Udo Hartung wird mit 99,5 % erneut zum Bürgermeister gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten.

 

Aus einem Protokoll (1429):

"Ludulff von Gerterode, Apell Preuse, Legat von Kirchberg, undt Gerlach von Bartorff, der keiner war, er gedachte uber achzig ihare, haben bekandt und vor meinem herren und thumbdechandt auf ihre eyde außgesagt, sie gedechten, daß auf Sanct Gehülffensberge zue pfingestene nit eine tunne bieres were getruncken und daß kein gebeuw uff S. Gehülffensberge forter stunde, dann die capelle und opfferhaus und were zu der zeit gut friede in dem lande, das die dorfe umb S. Hülffensberg gebauwet und besatz weren, darnach queme die fahrt von den seelendern und besserte sich die fahrt von tage zu tage, das große suchung dar geschehe, das man tranck und speiße auf den berg fürte, also machte sich es widder in einem unfriede, das die dorffe umb S. Hülffensberg und andere in dem lande verbrandt und verwüstet worden, also flohen die ludichen, ein theil umb den berg gesessen, auf S. Hülfensberge umb schützes, friedes und gnade willen, und auch die pilgreme zu beherbergen und ihr zu genießen, das zu der zeit, so durch wolthat übersehen wardt, darnach also die fardt so groß und grob wardt, understunden sich die Keudele von ihren leuthen, die so hinauf geflohen waren, faßgelt und stettegeldt zuhaben, so wollten die voyde vom Steine von meines gnedig hern von Meintz wegen auch das faßgelt von gerichtswegen von denselben leuten haben, und worden so die armen leutte auf dem berge von beiden partein von einem vor dem andern noch ihärlichs mit gewalt gedrungen, das sie daß geben musten, von solchen rencken und unwillen die fart des berges sehre abnahm und were die lengede wüste word. Ein solchs an meinen gnedigen herren von Meintz mit clagreden gebracht war, also wardt mein herr thumbdechandt hieraus gesandt anno zwantzig neun, der darumb verhörte die selbigen Ludolf von Gerteroda, Apel Preuße, Legat von Kirchbergh, Gerlach von Bardorf und andere alde glaubhaftige lude und auch legende urkundt. Nachdem also er darin kundtschaft und briefe fandt, schiedt er das gerichte S. Hülfensberges zu meinem gnedigen herren von Meintz und den eigenthumb S. Hülfensberges dem gotteshauße und jungfrawen zu Anroda und haben sich seint der zeit meines gnedigen hern von Meintz amptleuthe zum Steine zu dem faßgelde und die jungfrauwen zu den stetten malch nach seiner gerechtigkeidt gehalten. .... "
Quelle: Eine Untersuchung der älteren Geschichte des Hülfensberges, eines Wallfahrtsortes im Eichsfelde. Von H. Waldmann, Lehrer am Gymnasium zu Heiligenstadt, 1857

 

   
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