Gerteröder Brieftaubenzüchter starten mit Preisregen in ihre Jubiläumssaison

 

Allerhand Gründe zum Feiern gab es am Wochenende für Brieftaubenzüchter in Gerterode. Dort wurden nicht nur die erfolgreichsten Mitglieder der Reisevereinigung Worbis ausgezeichnet, sondern auch das 30-jährige Jubiläum des ortsansässigen Vereins gefeiert.

Die Zeiger der Uhr ticken, der Blick haftet am Horizont. Dann endlich tauchen Punkte am Himmel auf, die sich schließlich mit rasender Geschwindigkeit dem Erdboden nähern. Und schließlich flatternd im Taubenschlag landen.
Der Sensor empfängt das Signal der Taube und schon erscheint die exakte Flugdauernauf dem Monitor. Dann noch die spannende Frage, ob der eigene Vogel zum schnellsten Drittel aller Starter gehört. Denn nur dann hat die Taube einen Preis geflogen. Es ist eine Spannung, die wohl nur nachempfinden kann, wer sie selbst einmal miterlebt hat. Doch genau diesem Wettbewerb sind viele Eichsfelder erlegen. Auch in Gerterode schlossen sich Brieftaubenfreunde zu einem Verein zusammen. Und zwar vor genau 30 Jahren. Am 27. Dezember 1975 entschlossen sieben Gerteröder, den Verein in Bernterode zu verlassen und stattdessen einen eigenen Verein im Heimatort zu gründen. Die Fluggruppe, die zeitweise 17 Mitglieder zählte, feierte am Wochenende ihr Jubiläum.
Dort regnete es dutzende Pokale und Preise, nicht nur für die Gerteröder, sondern für alle Mitglieder der Reisevereinigung Worbis, der insgesamt 14 Vereine angehören. Bewertet wurden nicht die Schönheit, sondern die Leistung bei den Flügen 2005. Zu den erfolgreichsten Züchtern gehörten Otto Watterott aus Neustadt, Heinrich und Franz Faßhauer aus Neuendorf und der Teistunger Frank Uhde. Doch auch Herbert Leineweber, der seit 30 Jahren als Vorsitzender die Geschicke des Gerteröder Vereines lenkt, wurde für die Leistungen in 2005 ausgezeichnet.
Bis zu 600 Kilometer weit entfernt werden die Tiere aufgelassen, um den heimischen Schlag wiederzufinden. Und das schaffen sie meist schneller als das Fahrzeug, das sie zum Startplatz transportiert. Streit gibt es bei den Auswertungen der oft mehrere tausend Tiere zählenden Wettkampfgruppen nicht, denn alles wird vollelektronisch verwaltet, seit Anfang der 90er Jahre die manuellen Taubenuhren gegen das neue System ausgetauscht wurden. Die Spannung beim Warten auf die geliebten Tiere bleibt aber die selbe.

Quelle: Thüringer Allgemeine, 16.01.2006

   
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