Mächtig Mühe gegeben hatten sich die Mitglieder des Gerteröder Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), um ihr erstes Erntedankfest am Samstag auch zu einem großen Erfolg werden zu lassen. Der Dorfsaal war im Vorfeld des heimatlichen Abends mit allem geschmückt worden, was der Eichsfelder Boden hergibt. Körbe voller geputzter Möhren, Kartoffeln und Steckrüben, Handwagen voller Runkeln, Kohlrabis oder Rot- und Weißkohl, die von den HVV-Mitgliedern bei ihrem Einzug in den Saal mitgebracht wurden, ergänzten das Bild. Neben all diesen fand sich in den Gerteröder Erntedankkörben mit den Tabakblättern aber auch eine Pflanze, die bis zur Mitte dieses Jahrhunderts noch im ganzen Eichsfeld verbreitet war.
Ebenso mit der Zeit verschwunden wie der Tabakanbau war in Gerterode der Bändertanz, der anläßlich des Erntedankfestes von der Jugendtanzgruppe erstmals wieder gezeigt wurde. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete die Lesung des Gerteröder Autors Gottfried Kunkel, der zwei Geschichten aus seinem neuem Buch "Eichsfelder mit Kisten und Kasten..." vortrug. Schallendes Gelächter brach etwas später aus, als Gisela Müller zwei Schnurren auf Gerteröder Platt zum Besten gab.
Als Gäste konnte der Vorsitzende des HVV, Edwin Spannaus, der auch durch das etwa zweistündige Programm führte, die Trachtentanzgruppe Deuna und die Eichsfelder Heimatsänger aus Bernterode begrüßen.
"Nach dem ersten Heimatabend, den der Heimat- und Verkehrsverein im vergangenen Jahr ausgerichtet hatte, haben wir uns entschlossen, diesen in Zukunft als heimatliches Erntedankfest zu gestalten", erläuterte Spannaus die diesjährige Terminwahl. Ein besonderes Lob sprach der Vereinsvorsitzende am Samstag all den Mitgliedern aus, die aktiv zum Gelingen des diesjährigen Festes beigetragen hatten. So wurde beispielsweise noch bis zum letzten Moment an den neuen Trachten des Vereins genäht, damit diese auch rechtzeitig zum Auftritt am Samstag fertig waren. "Große Probleme hatten wir vor allem damit, die Materialien für die Frauentrachten zu bekommen", erinnerte sich Spannaus. Finanzielle Unterstützung für deren Herstellung gab es vom Land.

Quelle: Oktober 1996, Thüringer Allgemeine

   
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