Das Dorf Gerterode - heute Gemeinde mit 450 Einwohnern und einer Fläche von 632 Hektar in der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfelder Kessel - stand um 1840 unter fürstlich schwarzburgisch-sondershäusischer Grundherrschaft mit einem Domänengut sowie einer Unterförsterei. Es zählte damals 377 evangelische und 6 katholische Einwohner in 64 Wohnhäusern mit 92 Ställen und Scheunen sowie zwei Gemeindehäusern. Die evangelische Dorfkirche ist ein Filial von Rehungen. In der Dorfschule war ein Lehrer tätig. In der Nähe des Ortes gab es drei Mühlen: Die Küchenteichsmühle mit einem Mahlgang (1 Haus mit 10 Einwohnern), die Wehrteichsmühle mit einem Mahlgang (1 Haus mit 6 Einwohnern) und die Ellingeröder Mühle mit 2 Mahlgängen (1 Haus mit 9 Einwohnern). Zu letzterer gehörte ein dabei liegendes Ackergut (1 Haus mit 8 Einwohnern).
Im Dorfe gab es je einen Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Grobschmied, Hausschlachter und je zwei Krüge, Schankwirte und Viktualienhändler sowie neun Knechte und 13 Mägde. Schließlich klapperten 16 Leinenwebstühle und eine Sägemühle.
Die Flur umfaßte rund 2055 Morgen, darunter 1066 Morgen Acker- und 12 Morgen Gartenland, 201 Morgen Wiesen, 2 M. Wüstland, 5 M. Teiche und 764 Morgen Schwarzburger Waldung. An Vieh wurden gehalten: 41 Pferde, 93 Stück Rindvieh, 827, meist halbveredelte Schafe, 16 Ziegen und 50 Schweine.
Charakteristik: Das Dorf liegt im Tal der Wipper auf bunter Sandsteinformation. Der Boden, bestehend aus Sand und lehmigem Sand, ist meist abhängig und trocken. Das Klima ist neblig und kalt. Die Dreifelderwirtschaft wurde mit Besömmerung betrieben. Der Ertrag wird als schwach bezeichnet, die Weiden als schlecht. Der Obstertrag war gering, die Laubholzwaldungen lieferten 100 Klafter.
Quellenangabe des Autors: Noback, Carl August: Ausführliche Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt. Erfurt 1841

Quelle: Eichsfelder Heimatzeitschrift - Heft 5 / Mai 2004

   
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