Die Sonne blitzte leicht durch die Wolken, als am 3. Oktober der Gerteröder Bürgermeister Udo Hartung auf dem neu gestalteten Dorfplatz seine Gäste begrüßte. Gleich zwei Anlässe wurden an diesem Tag in Gerterode gefeiert. Zum einen der Tag der Deutschen Einheit, der die beiden Partnergemeinden Gerterode/Thüringen und Gerterode/Hessen zusammengeführt hatte, zum anderen die Einweihung des neuen Dorfplatzes samt Enthüllung der beiden Holzfiguren des „Schmandleckers“ und der Schnecke aus Eiche.

Zahlreiche Gäste, darunter viele „Schmandlecker“, wie die Gerteröder auch genannt werden, der Bürgermeister der Partnergemeinde, Rudi Röhling, mit seiner Frau sowie einige Bürgermeister umliegender Gemeinden fanden sich vor dem neuen Dorfplatz ein. In seiner Ansprache bedankte sich Udo Hartung bei den Einwohnern, Helfern und Spendern für die Finanzierung und Unterstützung bei der Neugestaltung. Dieses Projekt „zeigt den Gerteröder Zusammenhalt“, freute sich Hartung.

Vor zehn Jahren hatte an dieser Stelle die Freiwillige Feuerwehr Gerterode ein baufälliges Haus abgerissen. Nun schmückt die Mitte des Dorfes ein mit Granitsteinen gepflasterter Platz mit einer Litfaßsäule, vier rustikalen Bänken mit Wappen und Namen der Partnergemeinden, der Schnecke aus Eichenholz und dem „Schmandlecker“. Diese Figur wurde vom Hüpstedter Holzbildhauer Heinz Günthergefertigt.

Der Legende nach haben sich in früheren Zeiten die Gerteröder in den Wald geschlichen, um den Arbeitern aus der Nachbargemeinde Bernterode beim Frühstück den Schmand zu stehlen. So sollen die Gerteröder zu ihrem Spitznamen gekommen sein.

Kurz nach der Wende machten sich die Familien von Marita Pfaff und Angelika Gremler auf die Suche nach einer Partnergemeinde. In Hessen fanden sie ein weiteres Gerterode, ein Ortsteil von Ludwigsau. Schnell waren die Kontakte geknüpft und baute sich eine langjährige Freundschaft auf. Mehrmals im Jahr, zum Beispiel zum Neujahrsempfang oder zu Jubiläen, trifft man sich nun, um den Zusammenhalt zu stärken. So wurde 2016 bei den Feierlichkeiten zum 750-jährigen Bestehen ein ganz besonderes Geschenk von den hessischen Freunden überreicht: Eine Schnecke aus Eichenholz wurde symbolisch für die „Schneen“ überreicht.

So nämlich werden die Einwohner der Partnergemeinde genannt. „So langsam wie die Schnecken brachten die Bürger einst ihre Ernte ein, hatten aber dafür die dicksten Kartoffeln“, erklärte Bürgermeister Rudi Röhling diesen Necknamen. Die Schnecke „ist ein Zeichen der seit 30 Jahren bestehenden Freundschaft. Sie soll die Verbindung der Partnergemeinden aufrechterhalten“, so Röhling. Damit die Schnecke einen ehrwürdigen Platz erhält, wurde sie nun auf dem neuen Dorfplatz neben dem „Schmandlecker“ platziert.

Nach den Ansprachen segnete der Vikar Florian Zobel den Dorfplatz und die Gemeinde. Zobel sprach von einem „Tag des Dankes“ und begleitete die Gemeinde beim Gesang mit seiner Trompete. Im Anschluss an den offiziellen Teil waren alle Gäste auf den Gemeindesaal zu Kaffee und Kuchen eingeladen. „Wir freuen uns auf ein paar unterhaltsame und gemütliche Stunden“, sagte Udo Hartung. Bis in die Abendstunden sorgte die Blaskapelle „Die Kellergeister“ aus Rehungen für den musikalischen Rahmen.

Quelle: Thüringer Allgemeine, 05.10.18

 

 

 

 

 

 

   
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