Gerterode (Eichsfeld). Gerade mal 390 Einwohner zählt das Dörfchen, doch dass sich heute auch in einer so kleinen Kommune einiges tun kann, dafür ist Gerterode ein gutes Beispiel.

 

"Das hat mit der Dorferneuerung zu tun, die für uns ein echter Glücksfall ist, und damit, dass alle an einem Strang ziehen - Privatpersonen wie Vereine und Gemeinderat", sagt Udo Hartung, und man merkt dem Bürgermeister an, dass er, als er diese Bilanz zieht, mächtig stolz auf seine Leute ist.

 

Ein Euro ist nun drei Euro wert

Noch einmal in die Dorferneuerung kommen, das wollten die Gerteröder unbedingt, und sie sind drin. "Wir haben unsere Pflichtaufgaben erfüllt, aber ansonsten gespart, wo es nur irgend ging", erzählt Hartung. Und bei diesen Worten nun merkt man ihm an, dass es kein einfacher Weg war. Doch die Förderung vor Augen, hielt die Kommune den konsequenten Sparkurs durch.

 

Es wurde ganz wirtschaftlich gedacht, Geld angespart. Und der Gemeinde gelang sogar etwas Außergewöhnliches: "Wir haben unsere Schulden abgebaut, sind fast auf Null. Wir liegen bei unter 10 Euro je Einwohner", betont der Bürgermeister, der nicht unerwähnt lässt, dass keine neuen Kredite aufgenommen wurden. Der Weg hat sich gelohnt. "Wir sind in der Dorferneuerung, und dank der Förderungen ist für uns jeder Euro drei Euro wert. Wir haben komfortable Rücklagen, können die Maßnahmen finanzieren und sogar in Vorfinanzierung gehen", sagt Hartung. Er weiß allerdings, dass neben Eigenmitteln ein Konzept und Prioritäten wichtig sind.

 

Bis jetzt hat die Kommune 200.000 Euro in die Maßnahmen im Ort investiert. Am Ende wird es fast eine halbe Million Euro, schätzt der Bürgermeister, der hofft, dass es auch weiter so gut läuft. Denn im Zuge der Förderperiode haben die Gerteröder noch einiges vor. Pläne sind bereits geschmiedet.

 

Angedacht ist zum Beispiel ein behindertengerechter Eingang für das "Vereinshaus". Das haben die Vereine in Eigenleistung gebaut, und so liegt den Bürgern dieses Gebäude, in dem Jugendclub und Feuerwehr untergebracht sind und das auch Vereine nutzen, sehr am Herzen. Neue Fenster und eine andere Tür könnte derweil die Fassade des Bürgermeisteramtes gebrauchen und die Festwiese ein paar Bäume und Bänke. Die Freifläche gegenüber der Gemeindeverwaltung soll zudem gestaltet werden.

 

Wichtig ist den Gerterödern zudem die Innensanierung ihres Saales, der 150 bis 200 Personen Platz bietet, sich in Gemeindeeigentum befindet und in dem die Einwohner unter anderem Karneval, Sport- und Oktoberfest feiern, was den Zusammenhalt stärkt. In diesem Jahr ging es bereits an Dach, Treppenaufgang, Fenster und Türen.

 

Strom und Wasser für das Sportlerheim

Ein weiterer Schwerpunkt ist laut Gerterodes Bürgermeister das Sportlerheim, das sich außerhalb des Dorfes befindet und bislang weder Wasser noch Strom hat. Das soll sich in den nächsten zwei Jahren ändern, auch vor dem Hintergrund, dass die Fußballer in die erste Kreisklasse aufgestiegen sind. Ferner soll es an die Stützmauer am Ortseingang gehen, und Begrüßungsschilder sind ebenfalls vorgesehen.

 

Die größte Herausforderung steht mit den Arbeiten an einem Teil von Schulweg und Bernteröder Weg an. Ein Straßenabschnitt soll verlegt beziehungsweise rückgebaut werden. Frühestes 2017 kann dieses Projekt jedoch starten. Das Ganze wird eine Gemeinschaftsaufgabe vom Zweckverband "Eichsfelder Kessel" und der Kommune.

 

"Wir haben aber nicht nur Pläne, sondern auch einiges geschafft", sagt Udo Hartung und schmunzelt. In diesem Jahr zum Beispiel wurden zwei Stützmauern saniert, so die in der Karl-Marx-Straße. Sand- und Bruchsteine hatten sich hier bedenklich herausgedrückt und gefährdeten schon den Bürgersteig. Nun ist die Mauer hübsch anzusehen - mit ihren neuen Steinkörben. Das Vereinshaus des Tennisvereins bekam außerdem ein neues Dach, neue Türen und Fenster sowie eine schmucke Fassade. Und nicht zuletzt am Gemeindehaus standen umfangreiche Arbeiten an.
 
 
(Bilder: Felix Schäfer)

 

Die größte Maßnahme in der Dorferneuerung war vergangenes Jahr eine im Straßenbau. Die Finkenburgstraße und ein Teil des Baumgartenweges mussten aufgrund des schlechten Zustandes ausgebaut werden, Bürgersteige sowie Wasser- und Abwassersystem inklusive. Und ob die Friedhofshallensanierung, die Schaffung einer Urnengemeinschaftsgrabanlage, Parkplatzbau oder Spielplatzgestaltung - Bürgermeister Hartung und die Gerteröder können einiges vorweisen. Und wenn dann noch Kanal- und Straßenbau vollständig abgeschlossen sind, "ist Gerterode komplett umgekrempelt".

 

Positive Resonanz bei den Bürgern

"Alles, was wir bislang gemacht haben, ist bei den Bürger auf positive Resonanz gestoßen, die Leute schätzen es", weiß das Gemeindeoberhaupt. Dass es dennoch ein paar Probleme mit leerstehenden Häusern im Dorf gibt, will Hartung nicht verschweigen. Um handeln zu können, muss die Kommune allerdings der Eigentümer der Objekte sein.

 

Ein Gebäude, das sehr lange Zeit ungenutzt war, konnte die Gemeinde erwerben und abreißen. Und dass eine junge Familie, die aus Berlin kommt, quasi eine Ruine in ein Schmuckstück verwandelt, das findet Udo Hartung "super" und auch, dass es so Neu-Gerteröder gibt.

 

Quelle: Sigrid Aschoff 16.11.14 TA
   
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