Radsport war in Gerterode einmal sehr populär. Heute ist davon leider gar nichts mehr vorhanden.
1921 wurde in Gerterode der Radsport-Verein "Vorwärts" gegründet - der erste Arbeitersportverein im damaligen Kreis Worbis. Gründer des Vereins waren Fritz Becker, Karl Wisotzky, Heinrich Behrens I und II und Alwin Wenzel. Zunächst traten circa 35 Mitglieder dem Verein bei.
Das folgende Bild zeigt diesen bei der Bannerweihe am 29./30.04.1923.

 

untere Reihe von links nach rechts: Heinrich Behrens I, Hermann Leibling, Albin Wenzel, Karl Waldmann, Karl Wisotzky (Fahne), Fritz Becker, Karl Leibling, Wilhelm Wüstemann, Hermann Wisotzky

2. Reihe von links nach rechts: Karl Wenzel, Ernst Leibling, Albin Waldmann, Hermann Gunkel, Karl Schäfer, Hermann Holzapfel, Paul Dietrich, Karl Kurz

3. Reihe von links nach rechts: Fritz Müller (dunkler Anzug), Willi Müller, Wilhelm Hoffmann, Walter Patze, Fritz Podzuweit, Heinrich Behrens II, Fritz Dietrich, Willi Kruse, Tilo Becker, Fritz Brand

4. Reihe von links nach rechts: Alfred Brand, Willi Hartung, Karl Koch, ....., Otto Leibling, Otto Schäfer, Gustav Rost

 

Für den Radsportverein folgten zunächst schwere Zeiten, da sie mit Gegnern der Arbeiter und Bauern und mit Geldmangel zu kämpfen hatten. Durch aufopferndes Sparen konnte der Verein 1923 und 1925 in Offenbach und Nordhausen 6 Saalmaschinen kaufen.

 

Zu dieser Zeit wurde von bürgerlichen Einwohnern und reichen Bauernsöhnen ein Konkurrenz-Radverein gegründet - der Verein "Falke".

Im Jahre 1922 erringt der Radfahrverein "Falke" mit 152 2/3 Punkten den ersten Preis im Saalfahren in Bernterode. Gefahren sind:

Adolf Gunkel, Adolf Ebenrett, August Brehm, Richard Kiel, Berthold Liefeith, Tilo Grüling

 

Ein Geschenk der Radfahrvereins "Falke" zur Hochzeit von Friederike Frieda Bergmann & Julius Leibling am 08.11.1931:

Gravur: Gravur: Gew. v. Radf.Ver. Falke, Gerterode 1931

 

Mit der Zeit des Faschismus werden die Vereine immer weiter unterdrückt und müssen pausieren. Das Banner und die Saalmaschinen der Vereins "Vorwärts" konnten nur durch mutige Gerterode gerettet werden. Die Maschinen wurden von Fritz Becker, Richard Schäfer, August Schäfer und Heinrich Behrens gut versteckt. Jana Waldmann hatte den Mut, sich das Banner um den eigenen Leib zu wickeln, als sie die "braunen Schnüffler" auf ihr Haus zukommen sah. Nach mehrstündiger Durchsuchung mussten die Braunen ohne Beute wieder abziehen.

4 Jahre nach dem 2. Weltkrieg beginnt Gerterode unter Leitung von Alwin Wenzel wieder mit dem Radsport. Nach einem Jahr Training konnte die Gruppe mit zwei Männer- und einer Frauenmannschaft wieder an den Start gehen.

1948 nimmt die Radfahrgruppe der Männer am Kreisausscheid in Bleicherode teil und belegt den 2. Platz.

 

von links: Walter Leibling, Oskar Schäfer, Heinz Hammel, Günther Wagner, Alwin Wenzel, Artur Mecke

 

1949/50 wird eine Mädchen-Radsportgruppe gegründet, welche beim Reigen- und Kunstfahren aktiv war.

von links: Margot Gunkel, Maria Dietrich, Anneliese Müller, Ursel Brand, Anni Patze und Helga Schilling

 

1954 wurde Gerterode Kreismeister des Kreises Worbis. Diesen Titel haben die Radfahrer mehrmals verteidigt.

Mit Schließung der Grenze endet die Radsportzeit in Gerterode.

 

Weitere Bilder:

 

   

Zeitungsartikel Radsport  

   
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